Englische Wörter, die gar keine sind | Kerstin Wandel

Englische Wörter, die gar keine sind

Peinliche Fehler im Englischen vermeiden - Frau hält Hände vors Gesicht

Peinliche Fehler vermeiden

Im Deutschen lieben wir es nicht nur, Wörter aus dem Englischen zu importieren, sondern wir denken uns auch direkt unsere eigenen aus oder benutzen ein Wort im Deutschen, das im Englischen eine völlig andere Bedeutung hat. Wir verwenden also englische Wörter, die eigentlich gar keine sind.

Acuh besteht oft das Problem, dass wir denken, dass die Wörter in beiden Sprachen das gleiche heißen. Wenn wir sie aber anwenden, können die Reaktionen von völligem Unverständnis über ein amüsiertes Lächeln bis hin zum ausgewachsenen Schock reichen (unbedingt bis zum Ende lesen!). Damit dir das nicht passiert und du peinliche Fehler vermeiden kannst, ist hier eine Liste von 12 Begriffen, von denen du wissen solltest, dass sie (so) im Englischen nicht benutzt werden und was Muttersprachler stattdessen sagen:

1. Oldtimer

Was im Deutschen ein über 30 Jahre altes Kraftfahrzeug bezeichnet, hat im Englischen eine andere Bedeutung. Hier ist ein old-timer (ja, mit Bindestrich!) ein älterer Mensch, Veteran oder jemand oder etwas Altmodisches. Wenn du einem englischsprachigen Kollegen also voller Begeisterung erzählst, dass du dir letztens einen Oldtimer zugelegt hast, wird er dich wahrscheinlich nicht für einen Automobilliebhaber, sondern schlimmstenfalls für einen Menschenhändler halten.

2. Smoking

Ist auf Englisch genau das, was man auf den ersten Blick vermuten würde: das Rauchen. Es kann nicht wie im Deutschen eine bestimmte Art Anzug bezeichnen. Es gibt tatsächlich ein smoking jacket, was „Hausrock“ bedeutet. Meint man das, was wir als „Smoking“ bezeichnen, muss man allerdings dinner jacket oder tuxedo sagen. Tuxedo wird vor allem im amerikanischen Englisch gebraucht und auch umgangssprachlich tux abgekürzt.  

3. Become

Es gibt so einige Witze, in denen dieser Lieblingsfehler der Deutschen aufs Korn genommen wird. Einer, der mir hängengeblieben ist, spielt in einem Restaurant: Fragt der genervte Gast den Kellner: „Excuse me, sir, when will I become my beefsteak?” Antwortet der Kellner: „I hope, never, sir!“

Ja, become sieht aus wie unser „bekommen“, es heißt allerdings „werden (zu)“. Hier hofft der Ober also, dass der Kunde sich nicht in ein Stück Rindslende verwandelt. Wann er die Ankunft dieser aber erwarten kann, bleibt völlig offen, denn der Gast hätte nicht become, sondern get benutzen müssen.

4. Beamer

Das Wort „Beamer“ haben wir uns selbst aus dem Wort to beam (strahlen) zusammengebastelt. Allerdings ist das, was wir als Gerät verstehen, das Bilder an die Wand wirft, im Englischen ein projector, weil er eben Dinge an die Wand projiziert. Solltest du in einem englischsprachigen Meeting also nach einem beamer fragen, wirst du große Verwirrung auslösen, denn es gibt ein Wort, das genauso klingt: Beemer.  Allerdings ist das die umgangssprachliche Bezeichnung für einen BMW. Sollte es dir also nicht nach einem Auto verlangen, sondern nach einem Hilfsmittel für deine Präsentation, frage besser nach einem projector.

5. Mobbing

Was wir im Deutschen als „Mobbing“ bezeichnen, also regelmäßige Schikane eines Menschen durch eine Gruppe oder einen einzelnen, wird im Englischen für gewöhnlich bullying genannt. Und derjenige, der mobbt, ist ein bully. In dem englischen Wort mob versteckt sich eine chaotische aufrührerische Menschenmenge. Wir können mob daher am besten mit „Pöbel“ oder „Gesindel“ übersetzen. Man kann auch scherzhaft sagen: „After my persentation I was mobbed!“, wenn man meint, dass man nach seinem Vortrag von vielen Leuten umringt wurde, die unbedingt noch mit einem sprechen wollten. Und wenn du gern amerikanische Agentenfilme schaust, ist dir mob vielleicht auch bereits als Begriff für die Mafia untergekommen. Mobbing umfasst also immer eine Menge Menschen, die randalierend unterwegs sind.  

6. Box

Wir bezeichnen Lautsprecher gern als „Boxen“. Das Wort box im Englischen heißt allerdings lediglich „Kiste“. Wenn du also z.B. die Musik gern lauter gestellt haben möchtest, müsstest du darum bitten, den loud speaker aufzudrehen: Could you turn up the loud speaker, please.

7. Messie

Für uns ist ein Messie ein sehr unordentlicher Mensch oder jemand, der zwanghaft mehr und mehr Gegenstände ansammelt. Wir leiten das Wort ab von englisch messy (unordentlich, chaotisch). Daher kann man z.B. sagen: “My room is such a mess” (In meinem Zimmer herrscht Chaos) oder auch: “I’m a very messy person” (Ich bin ein sehr unordentlicher Mensch), aber man kann nicht sagen: „I’m a messie.“ Dieses Wort existiert so im Englischen nicht. Was wir als „Messie“ bezeichnen, ist auf Englisch ein hoarder – ein Mensch, der Dinge hortet. „Hamsterkauf“ heißt daher auf Englischen übrigens hoarding.

8. Wellness

Wenn du deinen englischsprachigen Kollegen erzählst, dass du nach getaner Arbeit noch zur Wellness gehst, wirst du dir wahrscheinlich einige Nachfragen gefallen lassen müssen. Wellness im Englischen heißt auf Deutsch einfach „Wohlbefinden“ und wird im Englischen meist mit einem anderen Wort verbunden, so z.B. wellness treatmeant (Wellness-Behandlung) oder wellness tourism (Reisen zum Zweck der Gesundheitsförderung). Wenn du allerdings ausdrücken möchtest, dass du dir nach der Arbeit noch einen Sauna-Gang und eine Massage gönnst, müsstest du verkünden, dass du zum spa gehst. Damit ist dann alles gesagt.

9. Trampen

Solltest du voller Begeisterung erzählen wollen, dass du als junger Mensch getrampt bist, benutze bitte nicht das Wort tramp. Das ist ein Landstreicher. Deswegen heißt der Walt- Disney-Film „Susi und Strolch“, der von zwei Hunden handelt, von denen einer auf der Straße lebt, auf Englisch „The Lady and the Tramp“. Bei dem Wort tramp klingt meist Obdachlosigkeit an und es kann sogar umgangssprachlich ein herabwürdigender Begriff für eine Frau mit mehreren Sexualpartnern sein. Das englische Wort für trampen ist hitchhike, eine Zusammensetzung aus to hitch a hike, also wörtlich „sich an eine Tour anhängen“.  Der „Tramper“ ist entsprechend the hitchhiker.

10. Showmaster

Sieht Englisch aus, ist es aber nicht. Bestenfalls wird dein englischsprachiges Gegenüber versuchen zu raten, was du meinst, und einen Zirkusdirektor vermuten. Wenn du aber über einen Fernsehmoderator sprichst, ist das ein TV host, also der Gastgeber einer Fernsehshow oder auch ein presenter, das wäre unser „Moderator“. Es gibt auch das Wort moderator auf Englisch, das meint aber für gewöhnlich jemanden, der eine Diskussion leitet. Oder es bezeichnet auch „die Bremssubstanz“. Ob da wohl ein Zusammenhang besteht?

11. To be over the hill

Das sieht so aus, als sollte es “überm Berg sein“ heißen. Unglücklicherweise könnte es dir aber passieren, dass du dir eine Ohrfeige einfängst, solltest du deiner Kollegin sagen, dass du so glücklich bist, dass sie over the hill ist. Denn das bedeutet, dass sie ihre besten Jahre bereits hinter sich hat. Möchtest du deiner Freude darüber Ausdruck verleihen, dass es jemandem endlich besser geht, heißt das auf Englisch to be out of the woods (aus dem Wald heraus sein) oder someone has turned a corner (jemand ist um die Ecke gebogen).

12. Public Viewing

Das ist wahrscheinlich der makaberste Anglizismus, den wir gerne im Deutschen verwenden. Gehen doch so viele von uns gerne im Sommer in den Biergarten und schauen dort gemeinsam mit Freunden und uns völlig Fremden die Live-Übertragung eines Fußballspiels unter freiem Himmel. Public Viewing eben.

Im Englischen hat public viewing allerdings eine völlig andere Bedeutung. Es ist die „Zurschaustellung“ und damit auch die öffentliche Aufbahrung einer Leiche. Du kannst dir also vorstellen, was für eine Verwirrung die Einladung zum „Public Viewing“ bei einem Englisch-Muttersprachler auslöst! Vor allem, wenn du dann auch noch sagst: There will be beer! Die englische Entsprechung wäre public screening oder ähnliches, von englisch screen – der Bildschirm.  

Welcher dieser Begriffe hat dich am meisten überrascht? Teile es mit deinen Freunden und bewahre sie vor peinlichen Fehlern 😉

Kerstin

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